Flyer-Design für Hotel Prishtina - Kunst und Kultur aus dem Kosovo
Branche: Theater
Beschreibung
Hotel Prishtina
Kunst und Kultur aus dem Kosovo
am 24./25. Juni 2009 im HAU 1
Einleitung
Im Juni 2008 war das Theaterprojekt Moldova Camping im Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU 2) zu sehen. Künstler, Kuratoren, Theaterschaffende und Intellektuelle gaben Einblicke in Alltag und Kunst in der Republik Moldau. Sie taten dies nicht als offizielle Repräsentanten auf der großen Bühne, sondern auf einem Indoor-Campingplatz mit Rollrasen, Zelten, „Diskurs-Duschen“ und einem Automatenshop...
Nach Moldova Camping ist es an der Zeit für einen weiteren Stopp, der uns die Möglichkeit zum genauen Hinschauen gibt. Aber 2009 bleibt die Campingausrüstung im Keller, denn wir steigen im Hotel Prishtina ab.
Nicht erst seit das Parlament in Pristina im Februar dieses Jahres die Unabhängigkeit von Serbien erklärt hat, steht der Kosovo im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit. Wie groß die Auswirkungen der Unabhängigkeitserklärung sind, zeigen die jüngsten politischen Entwicklungen im Kaukasus. Russland rechtfertigt sein Handeln mit dem Hinweis auf die völkerrechtswidrige Anerkennung des Kosovos durch z.Zt. 46 Staaten. Das kleine Land Kosovo mit nur ca. 2 Millionen Einwohnern hat großen Einfluss auf die aktuelle Weltpolitik. Andererseits ist die Weltpolitik im Kosovo immer präsent: Die per UN-Mandat legitimierte Friedenstruppe KFOR unter Führung der NATO soll die Sicherheit im Kosovo gewährleisten. Die kosovarische Politik bestimmen nicht allein die „Institutionen der provisorischen Selbstverwaltung“ (PISG), sondern sie wird maßgeblich beeinflusst von der UN-Kommission Kosovo (UNMIK). Der Präsenz internationaler Schutztruppen und Institutionen seit dem Krieg im Jahre 1999 verdankt die kosovarische Hauptstadt Pristina den Großteil ihrer neu entstandenen Dienstleistungsstrukturen. Dazu gehören auch Hotels, die in einer solchen internationalen Atmosphäre zu zentralen Anlaufstellen werden. Hotel Prishtina will genau dies sein – ein Ort der Begegnung.
Das Projekt Hotel Prishtina lässt Künstler und Theaterschaffende aus dem Kosovo im Berliner HAU einchecken - Theater, Kunst und Informationen über ihr Land im Gepäck. Im Juni 2009 geben sie Einblicke in den kosovarischen Alltag und in die kosovarische Kunst- und Kulturszene. Im Einzelnen sind folgende Projektmodule geplant:
Rezeption
Zum Service des Hotel Prishtina gehört es selbstverständlich, die Gäste an der Rezeption mit ausreichend Informationen zu versorgen: mit Informationen über das Land, seine politische Situation und ethnische Zusammensetzung, über seine Geschichte, seine Geographie und die vor Ort anwesenden internationalen Organisationen ebenso wie mit Hintergrundinformationen zu den teilnehmenden Künstlern (Biographien, Werkverzeichnisse, Kataloge). Darüber hinaus ist es möglich, sich für ein persönliches Gespräch mit einem der Künstler und Intellektuellen aus dem Kosovo einzuchecken. Die Rezeption ist während der ganzen Veranstaltung besetzt und jederzeit erreichbar. Sie dient als zentraler Anlaufpunkt für Publikum und Künstler.
Pay-TV
Kaum einer aus dem Berliner Publikum war schon einmal im Kosovo oder hat jemals mit einem der zahlreichen in Deutschland lebenden Asylsuchenden aus dem Kosovo Kontakt gehabt. Für eine erste Annäherung lassen wir in Videoportraits Menschen aus verschiedenen Generationen und sozialen Schichten zu Wort kommen. Sie berichten uns aus ihrem Alltag und geben uns so die Möglichkeit, aus unseren vagen Vorstellungen über den Kosovo konkrete Bilder werden zu lassen. Die Soziologin Grete Misselwitz wird die Interviews führen und die Videoporträts erstellen.
Shota Bukoshi, eine jungen Filmemacherin aus dem Kosovo, wird außerdem für Hotel Prishtina einen Filmabend mit Kurzfilmen kuratieren.
Tanztee
Der Kosovo ist nicht nur historisch der jüngste Staat Europas, sondern auch demographisch. 70 Prozent der kosovarischen Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt. Ein zahlreiches Publikum also für den im Kosovo besonders populären Hip Hop. Der kosovarische Rapper Bim Bimma ist für ein Konzert ins Hotel Prishtina eingeladen. Damit das Publikum auch nach dem Konzert weitertanzt, legt im Anschluss DJ FLOW aus Pristina auf.
Briefe aus dem Kosovo
Mit dem Ziel, den Blick von Außen auf den Kosovo festzuhalten, lassen wir die Autorin Kathrin Röggla mit verschiedenen Kosovaren in einen Briefwechsel treten.
Röggla begibt sch auf die Suche nach einer fiktiven Person, die im Kosovo verschwunden ist. Wer hat sie zuletzt gesehen? Was hat sie in den letzen Monaten erlebt? Wen hat sie getroffen? Alles Briefpartner hatten mehr oder weniger intensiven Kontakt zu der Person und helfen Kathrin Röggla bei ihrer Suche...
Die Briefe sollen in mehreren Folgen in der kosovarischen Kultur-Wochenzeitung Java Magazine sowie in einer deutschen Wochenzeitung erscheinen.
Im Hotel Prishtina in Berlin wird der Briefwechel als Lesung zu erleben sein. Eine weitere Lesung in Pristina ist für Herbst 2009 geplant.
Sightseeing
Alle mitwirkenden Künstler und Theoretiker werden gebeten, uns einen Ort ihrer Wahl und die Geschichte, die sie mit diesem Ort im Kosovo verbinden, vorzustellen. Ein Bild – ein kurzer Text. Kuriose Begebenheiten, persönliche Erlebnisse, geliebte und gehasste Orte. Die Texte und Fotos werden im Hotel Prishtina in einer inszenierten Lesung mit Schauspielern präsentiert. So wird dem deutschen Publikum ermöglich, auf ungewöhnliche Sightseeing Tour durch den Kosovo zu gehen.
Kunst-Salon
Eine Ausstellung des Künstlers Dren Maliqi
Im Rahmen einer von Mehmet Behluli geleiteten alternativen Kunstakademie, die am Contemporary Art Institute Exit (Peja/Pristina) angesiedelt war, wurden Seminare und Workshops zu Themen der zeitgenössischen bildenden Kunst und Kultur veranstaltet. Sie stellt das notwendige Gegengewicht zur staatlichen Kunstakademie dar, die völlig veraltete Methoden lehrt und keinerlei Bezug zur zeitgenössischen Kunstszene sucht. Dren Maliqi war einer der Studenten dieser alternativen Kunstakademie.
Dren Maliqi untersucht in seinen Arbeiten die Spannungen einer Welt, die einerseits geprägt ist von Liberalismus und Individualismus und gleichzeitig verhaftet bleibt in kollektiven Ideologien und Weltbildern. Er propagiert die Kreativität, Kraft und Freiheit des Individuums und weist gleichzeitig auf die Verhängnisse und Gefahren hin, die versuchen, diese Freiheit zu vernichten.
Lobby Talk
Im Lobby Talk haben die Besucher die Möglichkeit, endlich ihre Fragen zu politischen Fakten sowie zum Alltag im Kosovo los zu werden, etwa:
Wie leben Kosovaren, das jüngste Volk im jüngsten Staate Europas, einem Land, das eine eigenständige Ökonomie genauso vermisst wie einen relevanten Printmedienmarkt? Welche Rolle spielt der europäische, welche der albanische Einfluss im Zuge der Neustaatlichkeit bei der Identitätsfindung? Steht der Wunsch, eines Tages zur EU zu gehören, im Vordergrund – oder haben die Bürger genug von Allianzen und internationalen Institutionen aufgrund derer jahrelangen dominierenden Präsenz im eigenen Land? Was hat der albanische Einfluss mit dem Wiederaufleben eines längst vergessenen Dialektes in den Bergen des Kosovo zu tun? Stört das Fehlen einer regen Theater- und Filmszene, oder hält man im Gegenteil zeitgenössische Kunst in einem Land, in dem es ums nackte Überleben geht, für überflüssig? Wie kann man etwa eine Ausstellung mit Video-Kunst gestalten, wenn fünfmal am Tag der Strom ausfällt? Wie lebt es sich als Frau in einer ausnehmend patriarchalischen Gesellschaft?
Moderatoren sowie das Publikum selbst befragen in separaten Durchgängen:
- Petrit Selimi, Sozialanthropologe/ Pristina
- Nita Luci, Anthropologin und Feministin/ Pristina
- Shkelzen Maliqi, Publizist und Philosoph, Leiter der kosovarischen Filiale des Open Society Fund/ Pristina
- Besnik Pula, Soziologe/ New York/ Pristina
- Vesa Sahatciu, Kunsthistorikerin/ Pristina
- U.a.
Im Anschluss an die Diskussion hat das Publikum die Möglichkeit, sein Wissen zu vertiefen und sich mit einem der Referenten zur Fortführung der Unterhaltung in einem Zimmer im Hotel Prishtina zu verabreden.
Minibar Unlimited
Als ein Publikumsliebling präsentierte sich im Sommer 2008 beim Projekt Moldova Camping ein Automat als hybrider Warenausgabe-Jukebox-Geschichtenerzähler. Natürlich sollte auch in einer Hotellobby kein Warenautomat fehlen, erst recht nicht im Hotel Prishtina: dort steht diesmal die Minibar Unlimited.
Eine Kompilation mit kosovarischem Hip Hop, ein Stück des Bill Clinton-Boulevards in Pristina, eine Birra-Peja-Probierdose, eine mobile Skanderbek-Büste zum selber Aufpusten – diese oder doch ganz ähnliche Produkte ziehen sich die Besucher aus der Minibar Unlimited. Die Produkte aus dem Kosovo, für das Kosovo, die zum Kosovo passen, sind ganz im Sinne einer „Poesie der Dinge“ echte Artefakte und Anknüpfungspunkte für Narrationen. Ganz nebenbei erzählt der Waren-Getränke-Musik-Automat bei Geldeinwurf daher Anekdoten zum Produkt, spielt den aktuellen kosovarischen Sommerhit oder sinniert über Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch aus Pristina. Zum Produkt gibt es alle Inhalte und Hintergründe auch in Form handlich-informativer Beipackzettel: was, wie, worüber und wofür die Menschen im Kosovo arbeiten, scherzen oder streiten.
Kooperationspartner/Förderer
Hebbel am Ufer (HAU 1), Berlin
Hauptstadtkulturfonds
Friedrich-Ebert-Stiftung
Goethe-Institut Belgrad
Robert Bosch Stiftung
Multimedia Center, Pristina
NOMOS
Offener Kanal Berlin
Absender
Das büro für kulturelle angelegenheiten, gegründet Anfang 2007, agiert auf sämtlichen Vermittlungsebenen: Zum einen vermitteln wir die Kunst ihrem Publikum, zum anderen transportiert Kunst Inhalte, die wir vermitteln möchten. Und um der Kunst überhaupt die notwendige Finanzierung zu gewährleisten, vermitteln wir sie Förderern und Kooperationspartnern.
Inhaltlich konzipieren und initiieren wir eigene Kulturprojekte: internationale Tanz-, Ausstellungs-, und Theaterprojekte, etwa mit der Republik Moldau oder dem Kosovo. Wir entwickeln neue Kultur-Vermittlungsformate für Kinder und Jugendliche, beispielsweise in Form von Audioführungen durch Ausstellungen und Museen; nicht zuletzt konzipieren und organisieren wir Veranstaltungen wie Lesungen, Symposien oder Podiumsdiskussionen.
Als Agentur entwickeln, realisieren und betreuen wir für unsere Auftraggeber spartenübergreifend Kunst- und Kulturprojekte – dabei sind wir kompetent sowohl in inhaltlicher Konzeption als auch in Bezug auf die organisatorische Umsetzung. Wir bieten folgende Agenturleistungen an:
* Konzeption von Veranstaltungen und Projekten – inhaltliche Gestaltung und Formatfindung
* Organisation und Realisation von Veranstaltungen wie: Kongresse, Symposien, Pressekonferenzen, Vernissagen, Podiumsdiskussionen, Preisverleihungen, etc.
* Produktion von nationalen und internationalen Theater- und Tanzprojekten, Ausstellungen, Konzerten und Lesungen
* Konzeption und Produktion von Audioführungen: Museums- und Stadtführungen für Kinder und Jugendliche
* Betreuung und Beratung bei Konzepterstellung, Förderanträgen, Budgetierung, Abrechnung, Projekt- und Veranstaltungskoordination
* Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
- Informationsmanagement (Recherche, Redaktion, Erstellen von Pressematerial, Grafik und Druckbetreuung)
- Kommunikationsmagagement (Generierung von (Presse-) Verteilern, Versandaktionen und Mailings, Pressekontakte, etc.)
- Medienmanagement (Mediapläne, Pressekonferenzen, flankierende Maßnahmen bei Veranstaltungen)
Darüber hinaus beraten wir Künstler und Kreative bei Fördermittelakquise und Realisation ihrer Ideen.
Wir werden unterstützt durch ein verlässliches Netzwerk an Künstlern, Wissenschaftlern und freien Mitarbeitern.
Botschaft
siehe ausführliche Projektbeschreibung
Verwendung
Berlin/Pristina
Gewünschte Formate: PDF
Wichtig ist für uns zunächst die Entwicklung des Schriftzuges, nicht zwingend einzureichen: möglichen grafische Anwendungen für Plakat und Flyer
Logo, Bildmaterial und weitere Dokumente
- Briefing Grafik Hotel Prishtina.doc
Beschreibung - Flyer_MC_final.pdf
Beschreibung
Zielgruppe
keine Beschreibung verfügbar
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